RUDI – Abgabehund, Labrador-Retriever, schwarz, 9 Jahre

Am 23.08.2012 begegneten wir RUDI zum ersten Mal. In einer Scheune, die sich auf einem großen, hoch eingezäunten Grundstück irgendwo in Hessen befand, hausten er und sein großer „Bruder“ RUSTY neben ein paar eingelagerten Möbeln. Ihr Schlafplatz: eine verdreckte Kunststoff-Schale ohne Decke oder Matratze, und zwar für beide Hunde. Ihr Futter: billiges Dosenfutter und eine Tonne mit Trockenfutter von ebenfalls minderer Qualität. Wasser war rar und es gab keinerlei Spielzeug und schon gar keine menschliche Zuwendung. Dafür aber jede Menge Katzen, die dort offensichtlich mit RUDI und RUSTY lebten. Die Besitzer der Tiere waren vor Wochen von Hessen nach Baden-Württemberg gezogen. Ein Mieter des Hauses sollte sich um die Hunde kümmern. Doch irgendwann hatte der keine Lust mehr dazu.

Bei ihrer Abholung waren beide Hunde in einem sehr schlechten Pflegezustand, doch sie zeigten sich extrem menschenbezogen, gierten nach Zuwendung. Ihr Besitzer war bei der Übergabe anwesend und zeigte sich traurig.  Vor vielen Jahren hatte er RUDI und RUSTY als geliebte Haustiere angeschafft. Doch dann hatte er sie einfach sich selbst überlassen. Seine Tränen konnte er sich also sparen.

Noch am selben Tag kamen die beiden Jungs in unserer Pflegestelle an. Erstaunlicherweise zeigte RUDI keinerlei Ängste. Er verhielt sich gegenüber Erwachsenen sehr anhänglich und verschmust, zeigte sich freundlich und neutral im Umgang mit Kindern und gegenüber seinen Artgenossen eher gleichgültig.

 

                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag wurde RUDI tierärztlich untersucht, gechipt, entwurmt und geimpft. Die letzte Impfung lag 7 Jahre zurück. RUDI hat eine Schulterhöhe von 56 cm und wiegt 32 kg. Festgestellt wurde außerdem eine Verengung der Luftröhre, die RUDI zeitweise hecheln und röcheln lässt und keine starke Belastung zulässt. Das Blutbild zeigte darüber hinaus eine leichte Herzinsuffizienz, doch ein ACE-Hemmer wird RUDIs Lebensqualität verbessern. Da RUDI nicht kastriert war,  wurde ihm ein Suprelorin-Chip eingesetzt, der eine Fruchtbarkeit für ein Jahr verhindert und jährlich wiederholt werden kann.

 

 

RUDI fühlte sich in seiner Pflegestelle schnell wohl und man merkte ihm an, dass er seinen Pflegeeltern und deren Golden Retriever-Hündin gefallen wollte. Und dann, auf einem der täglichen Spaziergänge, lernte RUDI seine neuen Menschen kennen. Ab sofort wurden die Spaziergänge gemeinsam unternommen - und sie verliebten sich.

 

Am 13.10.2012 ist RUDI in sein neues Zuhause mit großem Garten umgezogen. Und er hat Glück, denn RUDI hat nicht nur eine liebevolle Familie gefunden, sondern er lebt dort nur wenige Minuten von seiner ehemaligen Pflegestelle entfernt. Gemeinsame Spaziergänge wird es also auch in Zukunft geben und wenn RUDI von diesen zurückkehrt, darf er sich wie ein Prinz fühlen. RUDI ist nämlich dort der einzige Hund im Haus.

 

RUDI hat sein Glück gefunden. Wir wünschen ihm und seiner Familie ein langes, gemeinsames Leben.

 

                                                     

 

"Ich hoffe, mein großer Bruder RUSTY hat auch so viel Glück wie ich. Das wünsche ich mir."